Akupunktur ist gleich Akupunktur, oder…?

Mit diesem Beitrag möchte ich ein wenig Klarheit in die große, weite Welt der Akupunktur bringen, denn Akupunktur und Akupunktur ist absolut nicht das selbe.

Grundsätzlich muss ich mich allerdings korrigieren, denn der Begriff „Akupunktur“ kommt, wie bereits an anderer Stelle erwähnt, aus dem lateinischen und wurde sozusagen „neu erfunden“, vielleicht weil chinesische Wörter so schwierig auszusprechen waren oder einfach ein tiefes Mißtrauen gegenüber allem neuen und fremden herrscht… Vielleicht wollten die Mediziner, die die Akupunktur sozusagen nach Europa und Amerika „importiert“ haben auch einfach ihr heiß geliebtes Latein nicht aufgeben, weil es schlauer klingt, wer weiß das schon?

Akupunktur bedeutet wörtlich soviel wie „Nadelstich-Therapie“, also ist natürlich jede Therapie mit Nadeln auch Akupunktur.
Trotzdem unterscheiden sich die Varianten der Akupunktur ganz deutlich.

Die wahrscheinlich älteste Form der Akupunktur kommt vermutlich aus China und nutzt Punkte am ganzen Körper, um den Energiefluß am und im gesamten Körper zu beeinflussen.
Dem gegenüber stehen die Behandlungen an einem sogenannten Somatotop.
Das kommt aus dem griechischen von soma (Körper) und topos (Ort), man bezeichnet damit die Abbildung des Körpers auf sich selbst. Wenn man sich das Bild eines im Mutterleib liegenden Embryos anschaut kann man eine Ähnlichkeit zum menschlichen Ohr sehen:
das Ohrläppchen entspricht dem Kopf, der äußere Rand der Wirbelsäule, usw.
Die Ohrakupunktur ist übrigens eine Erfindung des Franzosen Paul Nogier und hat mit der ursprünglichen chinesischen Akupunktur nur wenig zu tun.

Das ist sicher der größte Unterschied, die klassische chinesische Akupunktur (dazu natürlich auch die japanischen und indischen Varianten) nutzt Stellen am ganzen Körper zur Behandlung, während neuere Stile vornehmlich an bestimmten Gebieten durchgeführt werden.

Oft sagt der Name schon aus, wo die Behandlung stattfindet:
Abdominal– oder Bauchakupunktur
Schädelakupunktur
Ohrakupunktur
und so weiter.

Jede dieser eigenständigen Therapien hat Ihre Vor- und Nachteile, es gibt nicht „die beste“.
Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Behandler heraus, welche Variante für Sie geeignet ist, wie immer gilt: fragen Sie nach, es ist immerhin Ihr Körper, Ihre Gesundheit und Ihre Entscheidung.

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